Windows 10 noch weit verbreitet - auch in 2026
- 5. Mai
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Windows 10 immer noch weit verbreitet
Obwohl Windows 10 bereits im Oktober 2025 sein offizielles Supportende erreicht hat, ist es auch ein halbes Jahr später noch in vielen Unternehmen im Einsatz, häufig sogar ohne Sicherheitsupdates. Im April 2026 laufen knapp 22,1 % der Windows-PCs in Deutschland unter Windows 10. Weltweit sind es sogar noch 28,47 %.

Zwar ist ein Teil davon mit dem ESU-Programm (Extended Security Updates) abgedeckt, jedoch zeigt die Erfahrung, dass viele Computer in KMUs einfach auf Windows 10 weiterlaufen und keine Sicherheitsupdates mehr erhalten.
Doch auch das kostenpflichtige ESU-Programm löst das Problem nicht, sondern verschafft lediglich mehr Zeit.
Besonders bemerkenswert ist, dass die meisten Verantwortlichen sogar wissen, dass sie keine Sicherheitsupdates mehr erhalten und sich teilweise den Konsequenzen auch bewusst sind.
Doch warum ist das so? Was hindert Unternehmen daran auf ein aktuelles Betriebssystem umzusteigen? In diesem Artikel behandle ich die häufigsten Argumente, die mir bisher untergekommen sind.
Gründe gegen den Umstieg auf Windows 11
Wir benötigen neue Hardware, das ist aktuell zu teuer.
Die Windows-Einstellungen verraten es häufig schon; „Ihr Computer ist nicht bereit für Windows 11“. Doch genaue Details kann mir auf Nachfrage selten ein Unternehmen nennen. Wenn es lediglich an einem aktuellen TPM-Chip, der Voraussetzung für Windows 11 ist, liegt, wissen viele Unternehmen nicht, dass dieser Chip häufig kostengünstig nachgerüstet werden kann.
Um zu überprüfen, ob alle Voraussetzungen für den Windows 11 Umstieg erfüllt sind, hat Microsoft die „PC-Integritätsprüfung-App“ bereitgestellt. So können Unternehmen unkompliziert und zuverlässig feststellen, ob die Hardware für Windows 11 ausreichend ist.
Außerdem sollten sich Unternehmen die Frage stellen, wie alt die Hardware bereits ist und ob ein Austausch nicht ohnehin nach einer Nutzungszeit von 5-6 Jahren anstehen würde. An dieser Stelle wäre das Investment in neue Hardware auch ein einfaches und effektives Investment in IT-Sicherheit und Energieeffizienz und Performance.
Wir haben dafür aktuell keine Zeit.
Ein häufig genanntes Argument, dass aber selten zutrifft. Der Aufwand für die Betriebssystem-Umstellung von Windows 10 auf Windows 11 hält sich in Grenzen und ist häufig in ca. 1h Ausfallzeit pro Arbeitsplatz erledigt. Unternehmen sind die Möglichkeiten zur Live-Migration häufig nicht bekannt und sind der Meinung, die Computer müssten von Grund auf neu installiert werden.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Eine Steuerkanzlei wollte den Umstieg auf Windows 11 im April 2026 angehen. Jedoch musste der Betrieb aufrechterhalten werden und die Migration somit im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Mein Vorgehen dabei:
Vorbereitung von Gruppenrichtlinien (Abschaltung ungenutzter Funktionen, Sicherheitsrichtlinien)
Installation von zwei aktuellen Windows-11-Installationsmedien
Gleichzeitige Live-Installation von zwei Arbeitsplätzen
Somit waren zeitgleich nur zwei Arbeitsplätze nicht benutzbar, aber der Betrieb konnte aufrechterhalten werden. Durch die Vorbereitung von Installationsmedien war kein weiterer, zeitintensiver Download aus dem Internet notwendig.
Nach einem Arbeitstag war die Migration auf Windows 11 abgeschlossen.
Unsicherheit durch negative Presse
Die Einführung von Windows 11 wurde von kritischer Berichterstattung begleitet, teilweise auch zurecht. Themen wie „Cloud-Zwang“, neue KI-Funktionen wie Microsoft Copilot oder auch Features wie „Recall“ haben bei vielen Unternehmen für Skepsis gesorgt.
Die Unsicherheit ist nachvollziehbar, basiert jedoch in vielen Fällen auf einer verkürzten oder missverständlichen Darstellung. Viele der kritisierten Funktionen sind optional, konfigurierbar oder in Unternehmensumgebungen standardmäßig deaktiviert. Die stark kritisierte Funktion „Recall“ beispielsweise, ist in verwalteten IT-Umgebungen gar nicht aktiv, bzw. kann vollständig unterbunden werden. Auch Funktionen wie Microsoft-Copilot können deaktiviert, eingeschränkt und ausgeblendet werden.
Fazit
Die Migration zu Windows 11 ist in den meisten Fällen deutlichen einfacher und damit auch günstiger als gedacht. Hardware-Anforderungen können in manchen Fällen mit günstiger Nachrüstung erfüllt werden.
Nicht Microsoft entscheidet, wie Ihre Systeme aussehen, sondern Ihre IT-Konfiguration.
Mit den richtigen Einstellungen (z.B. über Gruppenrichtlinien) lässt sich Windows 11 betreiben, sodass:
keine unerwünschten Cloud-Funktionen aktiv sind
keine sensiblen Daten unkontrolliert verarbeitet werden
keine „überraschenden“ Funktionen für Nutzer auftauchen
Sollten Sie keine ESU-Lizenzen gekauft haben, ist der Umstieg auf Windows 11 auch gleichzeitig ein sehr gutes Investment in Ihre IT-Sicherheit.
Wenn Sie einschätzen möchten, wie aufwendig der Umstieg in Ihrem konkreten Fall ist, kann eine kurze Bestandsaufnahme oft schon Klarheit bringen. Sprechen Sie mich gerne an.


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